Historisches   (aus Wikipedia)


Sachsen-Weimar-Eisenach war ein ernestinisches Herzogtum im heutigen Thüringen, das 1809 aus der Zusammenlegung der beiden Herzogtümer Sachsen-Weimar und Sachsen-Eisenach hervorging. Auf dem Wiener Kongress erlangte es 1815 den Status eines Großherzogtums und änderte 1903 den Namen in Großherzogtum Sachsen. Von 1918 bis 1920 war es ein Freistaat.

Dem seit 1572 bestehenden Herzogtum Sachsen-Weimar fiel 1741 das Herzogtum Sachsen-Eisenach zu, da die Linie mit dem Tod Herzog Wilhelm Heinrichs erlosch. Erster Herzog des ver- einten Landes Sachsen-Weimar-Eisenach war Ernst August, der Bauherr des Schlosses Belvedere bei Weimar. Sein Sohn Ernst August Konstantin regierte nur drei Jahre und starb im Alter von 20 Jahren. Mit 18 Jahren hatte er die ein Jahr jüngere braunschweigische Prinzessin Anna Amalia, eine Nichte des preußischen Königs Friedrich II., geheiratet. Sie gebar ein Jahr später ihren Sohn Carl August und nach einem weiteren Jahr, schon als Witwe, den Sohn Konstantin.


Als Herzogin-Mutter übernahm Anna Amalia mit Zustimmung der Kaiserin Maria Theresia und der Unterstützung ihres integren Ministers Freiherr von Fritsch tatkräftig die Regentschaft des Landes Sachsen-Weimar und Eisenach. Als Prinzenerzieher gewann sie den Dichter Christoph Martin Wieland, damals Professor an der Erfurter Universität.

Mit 18 Jahren volljährig, heiratete Carl August die hessische Prinzessin Luise und rief den Dichter Johann Wolfgang Goethe, mit dem ihn bald eine tiefe Freundschaft verband, an seinen Hof. Goethe sorgte für die Berufung Johann Gottfried Herders und Friedrich Schillers. So wuchs, im Hintergrund von Anna Amalia gefördert, der Kreis der Weimarer Klassik, deren Erbe zu hüten, sich die folgenden Regenten zur Aufgabe machten.

Die Hochzeit des Erbprinzen Carl Friedrich mit der russischen Großfürstin Maria Pawlowna 1804 brachte dem Land den Schutz des russischen Zaren Alexander I., den es in den Wirren der napoleonischen Kriege brauchte. Dem Einfluss Alexanders verdankte Carl August auf dem Wiener Kongress 1815 die Erhebung zum Großherzog und mit 1700 km² eine umfangreiche Vergrößerung und Abrundung seines Landes. Das Herzogtum erhielt Teile des Kreises Neustadt a. d. Orla (629 km² Fläche), große Teile der Mainzer Enklave Erfurt und weitere kleine Herrschaften wie zum Beispiel Blankenhain, Kranichfeld. In der Rhön wurde das Eisenacher Oberland geschaffen, dieses bestand aus angrenzenden Gebietsteilen von Hessen und des zuvor säkularisierten Kloster Fulda. National gesinnt und weltoffen zugleich gab der Fürst seinem Land als erstem in Deutschland am 5. Mai 1816 eine liberale, sog. landständische Verfassung. Die in der Urburschenschaft organisierten Studenten der Universität Jena feierten im Oktober 1817 auf der Wartburg das Wartburgfest. Beteiligt waren viele liberal Gesinnte, die meist studentischen Redner auf dem Fest jedoch müssen bereits der frühen deutschen Demokratie
zugerechnet werden.
Maria Pawlowna, seit 1828 Großherzogin, leitete      das silberne Zeitalter Weimars ein, das mit Namen
wie Franz Liszt und Peter Cornelius vor allem der
Musik galt. Ihr kunstsinniger Sohn Carl Alexander
(1818-1901)  wirkte im gleichen Sinn. Verheiratet
mit der Oranierin Sophie, die seine Pläne unter-
stützte, ließ er die verfallende Wartburg im damals

üblichen Stil eines romantischen Historismus
renovieren und von Moritz von Schwind ausmalen.

Die Gründung der Kunstgewerbeschule Weimar,
die 1919 im Bauhaus aufging, wurde von ihm, wenn
auch halbherzig, gefördert. Carl Alexander folgte
1901 sein Enkel Wilhelm Ernst, verheiratet in erster
Ehe mit Karoline von Reuß Ältere Linie u. in zweiter

                                                                 Weimar Schloß
mit Feodora von Sachsen-Meiningen. Am 9. November 1918 verzichtete er auf den Thron. Damit endete die Monarchie im Großherzogtum Sachsen (so amtlich seit 1903). Das Großherzogtum wurde Freistaat Sachsen-Weimar-Eisenach und ging 1920 im neu gegründeten Land Thüringen mit Weimar als Landeshauptstadt auf.

zur Biografie GHZ Carl August > siehe > Medaillen Carl August
zur Biografie GHZ Carl Friedrich > siehe > Medaillen Carl Friedrich
zur Biografie GHZ Carl Alexander > siehe > Medaillen Carl Alexander (1+2)
zur Biografie GHZ Wilhelm Ernst > siehe > Medaillen Wilhelm Ernst 


zum Militär > siehe > Militärische EZ

Hauptstadt: Weimar - Großherzogliche Schlösser befinden sich außer in Weimar, in Dornburg, Allstedt, Jena, Belvedere, Ettersburg, Wilhelmsthal, Eisenach, Wartburg und Tiefurt


StadtEinwohner
1. Dez. 1910
Jena
38.487
Eisenach38.362
Weimar34.582
Apolda22.610
Ilmenau12.202
Weida9.036
Neustadt an der Orla7.095